Monats-Archive: Mai 2012

Chartanalyse der Schulter-Kopf-Schulter Formation

Die Schulter-Kopf-Schulter ist eine der bekanntesten Chartformen, hierbei handelt es sich um die Form einer Trendkurve. Bei genauerer Betrachtung handelt es sich folglich um drei Kurven, von denen sich die erste und dritte Kurve stark ähneln. Der Übergang der einzelnen Kurven wird von Wellentälern dominiert. Der Begriff der häufig auch als S-K-S abgekürzt wird, findet vor allem in der Chartanalyse Verwendung.

Mit diesen Hilfsmitteln sollen sich bei der Analyse der Charts Trends erkennen lassen, die sich dann im eigenen Investmentverhalten oder aber in der Beratung niederschlagen. Personen die sich nur auf diese Analyseebene verlassen verzichten fast vollständig auf grundlegende Zahlen und allgemeine Marktdaten. Doch auch bei dieser Formation handelt es sich allen voran um ein Modell, mit dessen Hilfe man lang- oder kurzfristige Trends zu erkennen und zu nutzen sucht.

Das Verhalten einer Schulter-Kopf-Schulter Formation lässt sich gut an der Einführung eines neuen Produktes nachvollziehen. In den ersten Phasen gibt es noch keine wirklichen Probleme und die Kurve steigt kontinuierlich an, kommend von einem tiefen Niveau. Zwischen den beiden ersten Scheitelpunkten der Formation tritt meist ein erstes Absatztief. Zusammen mit dem Ausgangswert bestimmt dieser Punkt die Linie der Trendbewegung. Nach dem zweiten Gipfel der Kurve, dem Kopf, fällt der Absatz erneut. Die meisten Analysten gehen in dieser Phase falsch in ihrer Annahme es handle sich um einen Aufwärtstrend nach DOW, der nach diesem Wellental nochmals auf ein noch höheres Niveau steige. Ein erstes Indiz, dass es sich vielmehr um die S-K-S Formation handelt, ist der Durchbruch der zuvor benannten Linie der Trendbewegung.

Ein erneutes Hoch stellt sich nun auf Höhe der Phase eins ein, kommt es nun erneut zu Absatzverminderung, so sind dies eindeutige Hinweise auf eine S-K-S Formation. Bricht die Kurve jedoch endgültig die Nackenlinie, die sich aus den verbundenen Tiefs der einzelnen Zwischentiefs ergeben, so ist dies als eindeutiger Trend zu werten.

Chartformation Dreieck: Ein Hinweis für eine Trendbeschleunigung

Die Chartformation Dreieck ähnelt dem Keil, darf aber nicht mit diesem Verwechselt werden. Ein Dreieck entsteht, wenn die Hoch und Tiefpunkte des Charts aufeinander zulaufen. Sobald die obere Linie tendenziell fällt und die untere steigt, liegt eine Dreiecksformation vor. Der Ausbruch aus einem Dreieck findet meist in der Richtung des Trends statt, der vor der Bildung des Dreiecks entstand. Wenn ein Aufwärtstrend vorliegt, entsteht das Dreieck weil der Druck der Verkäufer die Bildung von neuen Hochs verhindert, innerhalb der Formation kommt es jedoch nicht zu neuen Tiefkursen, sondern zu Tiefpunkten, die höher als das vorangegangene Tief liegen. Der Druck der Verkäufer konnte die Trendwende noch nicht bestätigen. Es ist am wahrscheinlichsten, dass die Seite, die gegen den Trend gehandelt hat wegfällt, wenn die Spitze des Dreiecks erreicht wird, so dass der Ausbruch in die Trendrichtung stattfindet.

Die Preisentwicklung nach dem Ausbruch kann für einen begrenzten Zeitraum schneller voranschreiten als vor dem Ausbruch, bis der Kursverlauf in eine bis dahin durchschnittliche Preisentwicklung zurückfällt. Bei der Bildung eines Dreiecks sollte das Handelsvolumen zumindest dem Durchschnitt entsprechen. Das Handelsvolumen gibt die Anzahl der Anteile eines Aktientitels an, die gehandelt wurden. Desto größer das Handelsvolumen ist, desto signifikanter ist die Ausbildung des Dreiecks und der darauf folgende Ausbruch. Die Bildung eines Dreiecks mit einem hohen Volumen oder gar einem Handelsvolumen, der weit über dem Durchschnitt liegt zeigt an, dass die Händler, die sich gegen den Trend gestellt haben keine Kehrtwende herbeiführen konnten und das es immer noch eine große Anzahl an Käufern gibt oder Verkäufer, wenn der Trend vor der Ausbildung des Dreiecks nach unten gedeutet hat. Wenn aber das Dreieck mit einem Handelsvolumen entstanden ist, der weit unter dem Durchschnitt liegt, könnte dessen Bedeutung weniger Signifikant sein.

Chartformation Keil

Mit der Charformation Keil keine Trendwende verpassen

Die Chartformation Keil entsteht normalerweise gegen Ende eines Sekundärtrends oder eines Tertiärtrends. Um zu ermitteln ob eine Keilformation vorliegt müssen die Hochpunkte des Kurses miteinander zu einer Linie verbunden werden und die Tiefpunkte ebenso. Bei einer Keil Formation bildet der Kurs ein Dreieck, dabei verlaufen die obere und die Untere Seite des Dreiecks tendenziell in die Gleiche Richtung. Das Dreieck entsteht weil die Kursspanne zu der der Titel gehandelt wird immer geringer wird. Ein Konsensus über den Preis wird von Verkäufern und Käufern erreicht. Wenn die Preisspanne zu gering wird, kann es sein, dass ein Preispunkt erreicht wird, zu dem die Verkäufer nicht bereit sind den Titel zu verkaufen oder zu dem für den Titel kein Käufer zu finden ist. Aufgrund dessen kann es innerhalb kurzer Zeit zu einem Nachtfrageüberhang oder zu einem Angebotsüberhang kommen, der zu einem deutlichen Ausbruch des Kurses außerhalb des Keils führen kann. In der Regel findet der Ausbruch in die Gegenseite des bestehenden Trends statt, wenn der Keil tendenziell nach oben zeigt, ist mit einem Ausbruch zur Unterseite zu rechnen und umgekehrt.

Dies ist oder der Fall, weil sich eine Keilformation gegen Ende eines Trends bildet. Für die Ermittlung eines Keils sollten die Daten von 3 Wochen oder mehr herangezogen werden. Ein leicht unterdurchschnittliches Handelsvolumen ist für die Entwicklung einer Keilformation nicht ungewöhnlich. Das Handelsvolumen gibt die Stückzahl der Aktienanteile an, die gehandelt werden. Wenn die Keilformation allerdings unter einem sehr dünnen Handelsvolumen zu Stande kommt, der weit unter dem Durchschnitt für den Aktientitel liegt, muss dies nicht unbedingt eine Trendwende andeuten. In diesem Fall könnte der Keil entstanden sein, weil die Marktteilnehmer ihre Aktivität eingeschränkt haben während sie auf die für das Unternehmen wichtige Daten oder Fakten warten.

Chartformation Wimpel

Als Wimpel bezeichnet man eine bekannte Chartformation, die einem symmetrischen Dreieck ähnelt, und sich aus zwei zusammenlaufenden Trendlinien zusammensetzt. Sie bildet sich meist nach starken Kursbewegungen. Der Name leitet sich von der englischen Bezeichnung „Pennant“ ab. Kennzeichnend für die Formation sind die konvergierenden Trendlinien, die entweder symmetrisch sind, oder verschiedene Neigungswinkel, entweder nach oben oder nach unten aufweisen.
Der Wimpel gilt als eine kurzfristige Trendbestätigungs-Formation in der Gruppe der Tertiärformationen, und kennzeichnet meist eine kleine Pause innerhalb einer starken Trendbewegung. Die durch den Wimpel entstehende Seitwärtsphase, wird meist dazu genutzt neues Potenzial zu schöpfen, bevor es wieder zu einem Kursausbruch in Richtung der Trendlinie kommt. So kann der Wimpel entweder einen Aufwärtstrend, als Bullen-Wimpel, oder einen Abwärtstrend, als Bären-Wimpel signalisieren.
Durch die Länge des so genannten Fahnenmastes, welcher vom Startpunkt bis zum Ziel der steilen Bewegung gemessen wird, bestimmt man das mögliche Kursziel.

Entstehung:

Ein Wimpel entsteht indem das Handelsvolumen während der Formationsbildung stark rückläufig ist, während es beim Ausbruch aus der Formation deutlich zunimmt. Dabei wird zur Berechnung meist eine Zeitspanne von mindestens 4 Tagen bis maximal 3 Wochen herangezogen. Generell sollte man aber mit 1-3 Wochen rechnen. Wenn die Formation nach spätestens 3 Wochen nicht vollendet ist, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um eine andere Dreiecksformation, die eine völlig andere Bedeutung haben kann, oder gar zu einer starken Konsolidierungsphase führen kann.

Signale:

Verlässt der Aktienkurs den Wimpel nach einem steilen Aufwärtstrend nach oben, gilt dies als Kaufsignal, verlässt der Kurs den Wimpel jedoch nach einem steilen Abwärtstrend nach unten, so ergibt sich ein Verkaufssignal.

Aussage:

Man geht davon aus, dass die Möglichkeit eines Trendauslaufes umso größer ist, je steiler sich der Wimpel entgegen der Trendrichtung bildet. Dennoch sollte man der Chartformation keine zu große Bedeutung geben, da sie nur eine Tertiärformation ist und kaum einen Trendauslauf oder eine Trendumkehr aus dem Neigungswinkel verursacht.

Der Indikator RSI

Der Relative Stärke Index (RSI) ist ein Preisfolgeindikator. Er kann zwischen 0 und 100% liegen.
In der Praxis wird es sich dabei aber zumeist um einen Wert von 10 bis 90% handeln. Der RSI wurde im Jahre 1978 von dem Amerikaner Welles Wilder entdeckt und ist heute ein wichtiges Instrument zur technischen Aktienanalyse. Er kann entscheidend dazu beitragen, bestimmte Trends zu erkennen und den Anlegern ein Signal zum Kauf oder zum Verkauf einer Aktie geben.

Generell setzt der RSI immer auf die Auf- oder Abwärtsbewegung einer Aktie und beobachtet sie über einen genau festgelegten Zeitraum. Hierbei kann es sich zum Beispiel um 7 Tage, 14 Tage, 25 Tage oder 38 Tage handeln. Für jeden einzelnen Tag wird dann die Aufwärtsbewegung (h) und die Abwärtsbewegung (r) berechnet. Ist der Schlusskurs eines Tages höher als der Schlusskurs des vorherigen Tages, wäre die Abwärtsbewegung (h) gleich Null und die Aufwärtsbewegung (r) würde aus der Differenz zwischen dem Kurs von heute und dem Kurs von gestern gebildet. Im umgekehrten Falle wäre die Abwärtsbewegung (r) gleich Null und die Abwärtsbewegung (r) bildete die Differenz aus dem Kurs von heute und dem Kurs von gestern. Sind beide Kurse völlig identisch, wären auch beide Werte (h und r) gleich Null.

Mit dem Indikator RSI ist es nicht nur möglich, kurzfristige Hoch- und Tiefpunkte, sondern auch längerfristige Trends oder eine generelle Trendwende zu erkennen. Fällt der RSI, der mit der Formel RSI = 100 – 100/1 + RS berechnet wird, unter 30 und steigt dann wieder, wäre dies ein eindeutiges Kaufsignal, läge der Wert hingegen über 70, deutet alles auf ein Verkaufssignal hin. Der Wert RS in der oben genannten Formel steht dabei für den Durchschnitt der Schlusskurse von x Tagen mit steigenden Kursen, geteilt durch den Durchschnitt der Schlusskurse von x Tagen mit fallenden Kursen.

Der Indikator MACD

Der Indikator MACD ist ein Indikator für das Zusammen- und Auseinanderlaufen des gleitenden Durchschnitts. MACD ist die Abkürzung für Moving Average Convergence/Divergence Indikator. Als wichtiger Trendfolgeindikator kommt der MACD sehr häufig in der technischen Analyse von Aktien, Indices und Devisen zum Einsatz. Seine Einführung geht auf das Jahr 1979 zurück. Damals wurde er von Gerald Appel vorgestellt.

Der Maßstab für die Berechnung des MACD ist die Differenz zweier exponentiell gleitender Durchschnitte. Ist dies geschehen, wird anschließend eine Signallinie gezogen.

Grundsätzlich gehört der MACD nicht zu den längerfristigen, sondern eher zu den kurzfristigen Indikatoren für die technische Chartanalyse. Wenn der Indikator die Signallinie überschreitet, ist dies ein eindeutiges Kaufsignal, unterschreitet er sie, liegt in der Regel ein Verkaufssignal vor.

Divergenzen werden immer dann sichtbar, wenn es bei einer Aktie oder bei einem Index zu einer einschneidenden Trendwende in der Aufwärts- oder in der Abwärtsbewegung kommt. Bei der Berechnung der Differenz zweier exponentiell gleitender Durchschnitte werden zwei unterschiedlich lange gleitende Durchschnitte gebildet. Anschließend wird der Wert des längeren gleitenden Durchschnitts vom Wert des kürzeren gleitenden Durchschnitts abgezogen. Das Gesamtergebnis wird als Linie dargestellt.

Der kürzere gleitende Durchschnitt wird für 12 Tage ermittelt, der längere für 26 Tage. Die Signallinie wird dann mit einer Glättung von 9 Tagen berechnet.

Der Moving Average Convergence/Divergence Indikator kann nicht nur die Trendrichtung eines Basiswertes, sondern auch verschiedene Divergenzen ermitteln. Dies liegt in erster Linie daran, dass der MACD nicht nur als Trendfolgeindikator auftreten kann, sondern auch sehr geeignet ist, verschiedene Hoch- und Tiefpunkte eines Basiswertes nachzuvollziehen. Eine bearische Divergenz liegt immer dann vor, wenn der Basiswert sich in einem Aufwärtstrend befindet und einen neuen Hochpunkt ausbildet, den Indikator aber unter dem vorherigen Hochpunkt zurücklässt. Im Gegensatz dazu kommt es zu einer bullischen Divergenz, wenn der Basiswert zwar einen neuen Tiefpunkt erreicht, der Indikator jedoch über dem letzten Tiefpunkt zurückbleibt.

Der Indikator Slow Stochastik

Grundsätzlich geht der Indikator Slow Stochastik davon aus, dass die Kurse einer Aktie bei einer Aufwärtsbewegung näher an den Tageshöchstkursen liegen und bei einer Abwärtsbewegung näher an den Tagestiefstkursen. Die wichtigste Aufgabe dieses Indikators ist es, Trendumkehrpunkte in Seitwärtsbewegungen zu erkennen und dann entsprechende Kauf- oder Verkaufssignal für eine Aktie oder ein anderes Wertpapier auszusenden. Sind die allgemeinen Trends hingegen relativ stabil, ist der Indikator Slow Stochastik in der Regel weniger geeignet und sollte dann eher durch andere Analyseinstrumente ersetzt werden.

In jedem Falle vergleicht der Indikator Slow Stochastik immer den Schlusskurs einer Aktie und bezieht sich dabei auf eine klar festgelegte Handelsspanne. Umkehrpunkte in den Seitwärtsbewegungen lassen sich meist daran erkennen, dass die Schlusskurse eine deutliche Trendwende zu ihrer bisherigen Entwicklung vollziehen.

Bei dem Indikator Slow Stochastik können zwei Hauptlinien unterschieden werden. Hierbei handelt es sich einerseits um die %K – Linie und andererseits um die %D – Linie. Beide Linien können immer einen Wert zwischen 0 und 100 annehmen, wobei die Extremwerte eher selten sind. Die %K – Linie gilt bei dem Indikator Slow Stochastik als schnelle schwarze Linie und die %D – Linie als langsamere rote Linie. Kreuzen sich diese beiden Linien an einem ganz bestimmten Punkt, deutet dies entweder auf ein Kauf- oder ein Verkaufssignal hin. Darüber hinaus spielt aber auch die Höhe des Kreuzungspunktes eine entscheidende Rolle. Werte über 70 oder 80 gelten in der Regel als überkauft, Werte unter 20 oder 30 hingegen als überverkauft.

Außerdem wäre ein klares Kaufsignal einer Aktie auch daran erkennbar, dass sich die %K – Linie im unteren Grenzbereich befindet und dann über 20 oder 30 hinaus steigt. Weist diese Linie hingegen ein sehr hohes Niveau auf, befindet sich am oberen Grenzbereich und fällt dann unter 70 oder 80, läge hingegen ein eindeutiges Verkaufssignal für die betreffende Aktie vor.

Die Chartformation Flagge zu erkenne kann vor einer Fehlinvestition schützen

Die Chartformation Flagge entsteht oberhalb eines Aufwärtstrends oder unterhalb eines Abwärtstrends. Zunächst wird bei einem nach oben tendierenden Chart eine Trendlinie gezogen, indem die Tiefpunkte des Charts miteinander verbunden werden, bei einem nach unten tendierenden Chart, die Hochpunkte. Eine Flagge entsteht wenn der Chart nach einer deutlichen Abwärtsbewegung nachgibt. Der Kursverlauf, den Anstieg abbildet könnte als Flaggenmast gedeutet werden und der anschließende leichte Kurseinbruch als die Flagge zum Mast. In einem bärischen Chart ist der Mast nach unten gerichtet und die Flagge nach oben. Eine Flagge zu erkennen kann den Investor davor schützen zum falschen Zeitpunkt zu verkaufen oder zu kaufen. Meistens findet der Ausbruch aus einer Flaggenformation in der Richtung des Primärtrends statt. Die Flagge sollte nicht die Trendlinie berühren, die gezogen werden. Eine Flagge gibt an, das nach einer starken Kursentwicklung die Käufer mit weiteren Käufen abwarten, es finden sich aber nur wenige Verkäufer. Aufgrund dessen bricht der Kurs ein aber nur leicht. Es kommt zu einem Ausbruch in Trendrichtung, sobald die Käufer wieder aktiv werden und den Aufwärtstrend vorsetzen.

Bei der Ausbildung einer Flagge sollte das Handelsvolumen durchschnittlich sein, um von einer Wiederaufnahme des Primärtrends ausgehen zu können. Das Handelsvolumen gibt die Stückzahl der Aktienanteile an, die gehandelt wurden. Wenn das Handelsvolumen bei der Ausbildung einer Flagge dünn ist, dann deutet das ein Abwarten der Käufer in einem Aufwärtstrend an. Sollte es während der Bildung der Flagge dagegen ein überdurchschnittliches Handelsvolumen zu verzeichnen sein, ist es durchaus wahrscheinlich, dass der Kurs bis auf die Trendlinie des Primärtrends fällt oder steigt und diese sogar durchbricht. In diesem Fall handelt es sich nicht länger um eine Flaggenformation und es kann zu einer Kurskorrektur oder gar zu einer Trendwende kommen.

Pullback und Throwback

Pullback und Throwback sind Begriffe, die aus dem Stock Market kommen. Ein Pullback bedeutet immer ein Fallen der Preise von Aktien nach einem enormen Preisanstieg. Von Tradern wird dieser Punkt genutzt um eine neue Position zu setzen. Nachdem der Preis gebrochen ist, folgen immer mehr Tradern diesem Einstieg und die Masse folgt wie so oft direkt im Anschluss. Wenn ein Händler zu früh gekauft hat und vor dem Pullback investiert, zwingt ihn dieser entweder auszusteigen oder geringere Preise in Kauf zu nehmen. Sehr erfahrene Trader können einen Pullback auch nutzen um kurzfristige Gewinnen zu erzielen.

Ein Throwback meint einen Rückfall des Preises eines Wertes auf den Eintrittswert. Auch diesen Moment nutzen viele Trader um den Wert des Kurses neu zu bestimmen. Viele verfallen allerdings in einem solchen Moment in Panik und gehen aus dem Wert hinaus, weil sie nicht mehr an diesen glauben. Ein solcher Throwback kann aber tatsächlich helfen einen Wert zu stabilisieren und eine neue Richtung einzuschlagen. Es zeigt im Grunde nur, dass die Faktoren des Assets sich geändert haben.

Beide Ereignisse, Pullback und Throwback können verschieden gedeutet werden, in jedem Fall deuten sie aber auf eine Anderung im Kurs hin. Ob man diese Änderung mitverfolgen will oder den Wert aufgeben will, bleibt natürlich immer Entscheidung des Traders selbst. Auch hier stecken wie in allen anderen Indikatoren eines Kurses natürlich auch psychologische Gründe dahinter. Ist ein Kurs zum Beispiel über einen längeren Zeitraum gestiegen, wie es vor einem Pullback der Fall ist, ist es nur logisch, dass bei hohen Preisen weniger Anleger investieren und auch vermehrt aussteigen. Die Veränderungen im Bereich der Strukturierung eines Assets haben oftmals auch erhebliche Einflüsse auf den Kurs, wie man bei einem Throwback sehen kann. Diese Faktoren kann ein Investor jedoch schwer nachvollziehen und deshalb erscheint dieses Ereignis eher als Risikofaktor zu gelten.

W-Formation

Die sogenannte W-Formation zählt zu den Formen der Charttechnik bzw. Aktienanalyse. Mit Hilfe der diversen Formationen ist es möglich, dass Prognosen gestellt werden können. Diese Prognosen beinhalten entweder den kurzfristigen wie aber auch mittelfristigen Verlauf. Die Prognose wird von Chartisten erstellt, welche somit die Kursentwicklung voraussagen können. Informationen über das Unternehmen bietet die Prognose jedoch nicht.

Die sogenannte W-Formation ist wohl die bekannteste Formation und wird auch Trendumkehrfunktion genannt. Das Kennzeichen der W-Formation besteht aus einer Gipfelbildung. Dies bedeutet, dass ein langer Aufwärtstrend die Folge war. Um ein recht zuverlässiges Signal zu erhalten, sollte der Kursanstieg der linken “Schulter” mit dem doch sehr hohen Umsatzvolumen gefolgt werden. Das bedeutet, dass “viel Platz nach unten” herrscht. Wenn die Formation nun nach unten sinkt und das Volumen sozusagen kleiner wird, bedeutet das einen Kursrückgang. Nach folgt ein kleiner Kursaufschwung, welche wieder von einem geringen Rückgang begleitet wird, wobei danach wieder ein kleiner Kursaufschwung erkennbar ist. Meist folgt danach wieder ein recht hoher Kurseinbruch, wodurch das Volumen abermals geringer wird. Sollte danach wieder ein deutliches Kurshoch mit einem recht hohen Volumen entstehen, hat man eine perfekte W-Formation.

Die Prognose bei einer W-Formation wird als sehr sicher beschrieben. Der Entwicklungszeitraum von der sogenannten W-Formation sollte im Regelfall zwischen sechs und neun Wochen liegen. Es wird in dieser Zeit eine Chartformation berechnet, welche sich aus dem Kursziel zwischen Differenz wie Hoch- und Tiefpunkt der W-Formation ergibt, die dann beim Ausbruch der Kurssteigerung addiert wird. Zudem gibt es noch unzählige andere Formationen, welche im groben Umfang folgendermaßen bezeichnet werden: Die Dreiecke, das symmetrische Dreieck, das steigende Dreieck, das fallende Dreieck, der Bullisher Keil, das Rechteck, der Triple Bottom, der Kreuzwiderstand, der Keil, der Doppeltop, der Doppelboden, die GAP, der Diamant, die Flagge, die SKS (Kopf Schulter Kopf) wie die M-Formation, welche im Endeffekt die gegenteilige Zeichnung der W-Formation ist.